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Digitaler Produktpass

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Darstellung in Anlehnung an: https://www.bmuv.de/umweltpolitische-digitalagenda/so-funktioniert

easy.dpp.nrw - Ko-Kreation eines branchenunabhängigen Softwarebaukastens für digitale Produktpässe

Im Projekt easy.dpp.nrw arbeiten das IT-Unternehmen celano, das Zulieferunternehmen agathon sowie die Forschungspartner Hochschule Ruhr West und das Wuppertal Institut gemeinsam an der Entwicklung eines modularen, skalierbaren und branchenübergreifenden Softwarebaukastens für den Digitalen Produktpass (DPP). Ziel ist es, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Zugang zu digitalen Produktpässen und zirkulären Geschäftsmodellen zu erleichtern. Mithilfe des Tools easyDPP sollen Unternehmen in die Lage versetzt werden, datenbasiert geeignete Circular-Economy-Strategien (R-Strategien) zu identifizieren, weiterzuentwickeln und in die Praxis umzusetzen. Das Projekt verfolgt einen klaren praxisorientierten Bottom-up-Ansatz: Technische, organisatorische, geschäftsmodellbezogene und soziale Innovationen werden gemeinsam gedacht, um den Einstieg in nachhaltige Digitalisierung effektiv zu unterstützen. So entsteht eine zukunftsweisende Lösung – aus NRW, für NRW.

Was ist der Digitale Produktpass?

Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein neues Konzept der Europäischen Union, das darauf abzielt, umfassende Produktinformationen digital und transparent bereitzustellen – über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Der Pass enthält zentrale Daten über ein Produkt: woher es kommt, woraus es besteht, wie es genutzt, gewartet, repariert, recycelt oder entsorgt werden kann. Im Gegensatz zu klassischen Produktetiketten, die nur wenige Informationen bieten und schnell veralten, ist der digitale Produktpass ständig aktualisierbar und über einen digitalen Zugang (z. B. QR-Code oder NFC-Chip) abrufbar. Er begleitet ein Produkt von der Herstellung über den Verkauf bis hin zur Wiederverwertung oder Entsorgung – und sorgt so für mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und Effizienz. Der DPP richtet sich dabei nicht nur an Verbraucher, sondern auch an Unternehmen, Behörden und Recyclingbetriebe. Sie alle erhalten Zugriff auf relevante Informationen in standardisierter Form, um Entscheidungen besser und nachhaltiger treffen zu können.

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Warum kommt der Digitale Produktpass?

Der Digitale Produktpass ist Teil eines umfassenden politischen und regulatorischen Wandels in der Europäischen Union. Er ist ein zentrales Instrument der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie und wurde im Rahmen des European Green Deal und des Aktionsplans für die Circular Economy entwickelt. Ziel ist es, die europäische Wirtschaft nachhaltiger, ressourceneffizienter und digital vernetzter zu machen. Konkret ist der DPP im Vorschlag für die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) verankert, den die Europäische Kommission im Juni 2024 vorgelegt hat. Diese Verordnung wird die bisherige Ökodesign-Richtlinie ablösen und deutlich erweitern. Der digitale Produktpass ist darin als verpflichtendes Element für bestimmte Produktgruppen vorgesehen – jeweils abgestimmt auf deren ökologische Relevanz, Komplexität und Wiederverwertungspotenzial.

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Wie funktioniert der Digitale Produktpass?

Digitale Produktpass ist direkt mit dem Produkt verbunden – meist über einen maschinell lesbaren Code wie einen QR-Code, RFID-Tag oder NFC-Chip. Wird dieser gescannt, führt er zu einer digitalen Plattform, auf der alle relevanten Produktdaten gespeichert und abrufbar sind. Die enthaltenen Informationen richten sich nach standardisierten Vorgaben, die aktuell von der EU gemeinsam mit Industrieverbänden und Expertengremien erarbeitet werden. Wichtig ist dabei: Die Daten sollen aktuell, überprüfbar und maschinenlesbar sein – und gleichzeitig geschützt, falls sie sensible Unternehmensinformationen enthalten. Zudem soll zwischen verpflichtenden Angaben und optionalen Angaben durch den Hersteller selbst unterschieden werden.

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Für welche Produkte ist der Digitale Produktpass vorgesehen?

Der digitale Produktpass wird schrittweise eingeführt und ist Teil des „Ökodesign für nachhaltige Produkte“-Rahmens (ESPR) der EU. Vorgesehen ist er zunächst für besonders ressourcen- oder umweltrelevante Produktgruppen, zum Beispiel:
● Batterien
● Textilien (z. B. Kleidung, Schuhe)
● Elektronische Geräte und Haushaltsgeräte
● Baumaterialien
● Fahrzeuge und Fahrzeugkomponenten
● Stahl- und Metallprodukte (In Vorbereitung)

Langfristig ist vorgesehen, dass der DPP für alle physisch vermarkteten Produkte in der EU zur Pflicht wird – mit wenigen Ausnahmen wie Lebensmitteln oder Arzneimitteln.

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